Todmüde und traurig vom Toni-Areal

Es ist 16 Uhr und ich würde jetzt am liebsten schlafen gehen. Dabei bin ich gestern um 21.40 Uhr im Bett gewesen und habe gute neun Stunden praktisch ungestört gepennt. Am Bett und am Schlaf kann es nicht liegen, aber der Verdacht erhärtet sich: Das Toni-Areal ist schuld. Nun also doch.

Nach meinem zweimonatigen Kanada-Aufenthalt war ich wieder frisch gewesen. Alles war leicht, ich hatte gute, neue Ideen für die Arbeit und die Motivation, sie auch umzusetzen. Niemand konnte mich aus der Ruhe bringen, in der Freizeit mochte ich wieder Gitarre üben, neue Games ausprobieren und sogar die eine oder andere Zeile an meinen eigenen Projekten programmieren.

Wenn mir heute jemand ein Stück Tabulatur vor die Nase halten würde, könnte ich nicht einmal mehr mürrisch ablehnen. Am ehesten würde ich einfach schlafen gehen.

Woher nur neue Energie nehmen? Oder Lebensfreude? Sie sind weg. Das Gebäude hat sie gefressen.

Ein Tag im Toni

Schon beim Betreten geht es los, die Betonluft im Treppenhaus drückt mir aufs Hirn, die im Büro ist kaum besser. Nach ein, zwei Stunden pochen Kopfschmerzen in meinen Schläfen. Dabei bin ich in einem Föhntal aufgewachsen, ich bin total kopfwehresistent.

Draussen 10 Grad und nass, im Büro 26 Grad und trocken (20% Luftfeuchtigkeit), aber dieses Problem hatten wir ja auch schon besprochen. Ich merke, wie ich dezent schwitze. Nicht richtig, so wie ein Sportler, sondern unterschwellig, so wie ein Dota 2-Spieler. Und das den ganzen Tag. Es ist enorm unangenehm. Die Hände sind geschwollen, die Augenlider schwer.

Die Konzentration flieht so immer einmal wieder, zwanzig Minuten Arbeit am Stück sind schon ein Ereignis. Okay, dann mache ich halt eine kurze Pause und laufe herum, vielleicht lässt es sich nachher vernünftiger arbeiten. Ausflüge auf die Dachterrasse haben sich als erfolgversprechend erwiesen, aber die Frische hält nicht immer lange an. Ich kann mich nicht einmal mehr über die Aussicht oder die Sonne freuen, alles scheisse.

Auch nicht so toll: Im Toni-Areal ist man nie allein. Ich hasse das. Ich brauche Zeit für mich allein, um Energie aufzuladen. Wer nicht weiss, warum das so ist, findet bei Susan Cain eine gut verdaubare Erklärung. Das Toni ist in dieser Hinsicht wie ein Horrorkabinett. Im Büro lauter Leute, im Nachbarbüro auch, in viele Räume sieht man auch vom Gang aus hinein und natürlich sind da immer Menschen drin. Auf der Kaskade: Leute; am Stammtisch: Leute; in der Mensa, Leute; auf der Dachterrasse, überall und permanent Leute. Nicht mal beim Scheissen ist man hier jemals allein.

Einmal zuhause angekommen, würde ich eigentlich gerne irgendwas Lustiges machen oder mich entspannen. Beides funktioniert nicht mehr. Lustig ist gar nichts mehr. Serien schauen? Die Serien sind doch alle dumm. Programmieren? Ich kotze gleich, das mache ich schon tagsüber, das erinnert mich nur ans Büro. Neue Musik entdecken? Früher hätte ich drei Stunden am Stück Tracks durchprobiert, heute ist mir nach zwei Bands schwindlig und ich muss aufhören.

Und die Leute! Leute in der S-Bahn, Leute auf den Trottoirs, Leute im Park, alle sollen sie bitte verschwinden. Auch Freunde sind schwierig, denn sie sind auch Leute. Ich hab kaum mehr Lust, mit jemandem zu sprechen oder jemanden zu sehen. Alles ist so anstrengend, energieraubend.

Nach-Toni-Aktivitäten

Bier trinken, Das ist schon lange mein Hobby. Und ich meine nicht einfach nur lossaufen, das kann ich auch, aber was ich meine sind Streifzüge durch neue Bierrezepte und Experimente mit neuen Sorten. An solchen Abenden kann ich zwar gutes Bier noch einigermassen schätzen, aber ich weiss bald nicht mehr, ob ich das Bier wegen des Biers trinke oder weil es praktischerweise den Matsch und das Pochen in meiner Birne ein wenig erduldbarer macht. Schlafen oder trinken, die Welt abschalten. Das ist momentan die grösste Verlockung.

Ich weiss nicht, was sie falsch gemacht haben beim Bau dieses Orts. Wie kann einem ein Gebäude, ein Haufen totes Steinmehl, so fertigmachen? Unser Schulgebäude in Kanada war auch nicht super, teilweise 22 bis 24 Grad und man konnte die Fenster nicht öffnen. Aber dort bin ich nach 7 Stunden Schule nach Hause und habe noch drei Stunden weitergearbeitet, danach gabs Ausgang oder einen Serien-Marathon. Um Mitternacht ins Bett, um 7 Uhr raus, alles gar kein Problem.

Ich habe in Kanada in weniger als 50 Tagen mehr als 50 Artikel mit je 500 – 1000 Wörtern geschrieben, inklusive Fotos, Links auf Videos und Recherche von Hintergrundinformationen. Das zusätzlich zu den Ufzgi, 500 Wörter pro Tag (auf Französisch!) und dazu noch Pflichtlektüre. Sowohl mein Deutsch wie auch mein Englisch waren in der Zeit besser als hier und jetzt. Denn in der Zeit war ich fröhlich, die Sprache war mir wichtig. Jetzt, nach drei Wochen im Toni, scheisse ich auf die Sprache.

Man bemüht sich an der ZHdK schon, das beste aus der Situation zu machen, das will ich nicht verleugnen. Auch unsere Vorgesetzten reissen sich den Arsch auf, Leute werden auf mehr Büros verteilt, es kommen Pflanzen in die Räume, wir haben wenigstens Fenster, die man öffnen kann — es könnte sogar noch schlimmer sein. Aber die Massnahmen scheinen zumindest bei mir und bei einigen Bekannten nichts geholfen zu haben. Das Gebäude ist eine Hölle.

Andere Betroffene?

Wie geht es euch denn, ihr anderen Toni-Bewohner? Ich weiss informell von einigen Leuten, dass sie sich grauenhaft fühlen. Verspannter Nacken, vernichtete Lebensfreude, trockene Augen, Juckreiz, es ist von allem ein wenig dabei. Aber was tut ihr dagegen? Einer kommt nur noch nachts ins Toni-Areal. Was sind eure nächsten Schritte?

Ich will nicht kündigen und ich will keinen anderen Job. Aber ich möchte auch nicht so dahinvegetieren wie jetzt, mit einem Zehntel meiner möglichen Leistung. In Kanada habe ich gesehen, wie gross meine Reserven sind; sie sind riesig! Es gab früher einmal Zeiten, da konnte ich gute Laune machen und Dinge vorantreiben. Jetzt nicht mehr. Die Dinge sind mir egal geworden, für die Leute habe ich keine Energie und keine Geduld mehr, sie sollen ihre Probleme bitte selber lösen.

Das ist doch nicht schön, so zu arbeiten. Wie finden wir wieder zurück zu unserer Form?

Von leichten Verbesserungen im Toni

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Bei uns im Büro weiss man ja nicht erst seit gestern, dass die Raumsituation ziemlich übel ist. Entsprechend war auch schon zum Zeitpunkt meines letzten Posts etwas in Bewegung, um Besserung zu schaffen.

Folgendes ist seither passiert:

  • Wir sind jetzt nicht mehr acht sondern sechs Leute auf 32 m². So lässt es sich langsam leben. Die anderen wurden auf ein anderes Stockwerk ausgegliedert, wo es noch Platz hatte.
  • Wir konnten dadurch die Möbel umstellen und können jetzt das Fenster öffnen. Dass man das meistens wegen Baustellenlärm, Güterzügen und S-Bahnen nicht will, ist momentan zweitrangig. Immerhin gibt es jetzt einen Weg, um Luft in den Raum zu pumpen, die nicht schon dreimal geatmet wurde. Das gab es vorher nicht.
  • Ein Kollege hat Deckenstrahler besorgt. Das sorgt für eine leicht schummrige Beleuchtung, sehr angenehm. Das Licht hat jetzt auch nicht 20’000 Grad Kelvin an Kälte, so wie sonst überall im Toni. Ist übrigens noch jemandem aufgefallen, wie die Toni-Leuchtstoffröhren subtil flackern und alle Menschen leicht ungesund aussehen lassen? Kein Wunder, hat man da Grindweh. Nicht einmal einen Schweinestall sollte man so ausleuchten.
  • Mein Pult ist jetzt weiter weg vom Fenster und der Bildschirm wackelt nicht mehr so, wenn Züge vorbeifahren.

Das Gesamtbild sieht nun so aus:

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Lasst euch nicht von der Kamera verwirren: Die Farbtemperatur des Lichtes ist wärmer, die Kamera hat es wohl zu gut gemeint mit dem Weissabgleich. Aufgeräumt hat auch keiner.

Ein paar Dinge sind noch schlimm:

  • Es ist noch immer 26 bis 27 Grad hier drin und ohne Frischluftzufuhr würde es nicht gehen.
  • Wenn ich mich länger an Orten ohne richtige Klimatisierung aufhalten muss, bin ich abends kaputt. Wenn ich nicht tote Luft atme, dann stinkt es nach kaltem Zigarettenrauch, den es von allen Eingängen und Raucherzonen durch die erste Etage des Hauses zieht. Auch dort, wo Leute essen.
  • Der Höllenlärm in der Eingangshalle, die überfüllte Mensa, die vielen Menschen, das bleibt wohl. Ich mag keine Menschenaufläufe. Im ZHdK-Hauptgebäude war nie so viel los, nicht einmal zur Jahresausstellung.

Ich will die richtige Perspektive einnehmen: Das sind alles First-World-Problems. In seltsameren Ländern werden Kinder erschossen, weil sie mit Spielzeugpistolen rumrennen. Trotzdem denke ich, dass man in Sachen Büroergonomie keine Rückschritte gegenüber eines bald 100 Jahre alten Gebäudes in Kauf nehmen muss. Im alten Hauptgebäude war es im Winter manchmal kühl, das wars aber schon mit den Problemen.

Tägliche Tortur Toni-Areal

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So, jetzt sind wir also hier, im Toni-Areal. Mein Arbeitgeber ist im Lauf des Sommers hierher gezügelt, auf mehr als 30 Gebäude quer durch die Stadt war er verteilt gewesen, und jetzt hocken (fast) alle hier in einem Haus.

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Man sollte sich freuen, über Verdichtung, kürzere Wege, die Platzierung im zukünftig-vielleicht-Hipstergebiet Zürich-West. Aber stattdessen habe ich Kopfschmerzen, geschwollene Finger und Schweissausbrüche, kann mich nicht mehr konzentrieren und wünsche mir einen anderen Arbeitsplatz.

Ob es an Sick Building Syndrome liegt, da sollen sich die Experten streiten. Aber ich gebe hier mal einen Einblick in meinen neuen Alltag, vielleicht wird es nachvollziehbar.

Der Morgen. Schön! Ich bin jetzt noch müde. Seit dem Umzug reichen mir keine sieben Stunden Schlaf mehr, acht bis zehn müssen es sein, und selbst dann erreicht mein Enthusiasmus höchstens noch Zombie-Niveau. Ich schlurfe in die Küche und nehme mir ein Hirn einen Kaffee.

Danach Mails checken. Zuhause, natürlich, denn ich weiss, was nun kommen würde und wie sich das Gebäude anfühlen wird, und mein ganzes Ich sträubt sich. So lange wie möglich zuhause bleiben, so wenig wie möglich im Büro sein, das ist der (sogar legitimierte) Ausweg. Aber er ist nicht wirklich einer; dazu später mehr.

Mein neuer Arbeitsweg bedeutet, ich kann nicht mehr jede beliebige S-Bahn nehmen. Nur noch zwei fahren bis Hardbrücke, dem idealen Umsteigeort fürs Tram 4 Richtung Toni. Der Arbeitsweg hat sich verlängert, von ca. 30 Minuten Tür zu Tür auf 40 – 60, je nach Verbindung. Eine Stunde weniger Freizeit pro Tag, ein kleines Opfer für so einen tollen Arbeitsort.

Dort angekommen grüsst mich ein trister Gang irgendwo an der Seite des Gebäudes:

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Ich nehme absichtlich diesen Eingang, denn die Alternative wäre das hier:

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Die Haupthalle, wo immer mindestens 95 dB Palaver den Raum füllen. Die Akustik funktioniert so, dass ein Flüstern aus der hintersten Ecke auch direkt am Haupteingang noch verständlich ist. Nur, dass nie so viel Ruhe herrscht, dass man hier flüstern könnte.

Mittags steigt der Lärmpegel noch, weil Menschen auf dem Fressbalken hocken und sich anschreien müssen:

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Also zurück in meinen bevorzugten, leeren Gang, wo es hochgeht ins Treppenhaus mit seiner abgestandenen Luft:

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Das schönste am Bild? Die vielen Schilder Richtung Notausgang. Man will sicherstellen, dass hier immer klar ist, wo es rausgeht aus der Misere.

Ich darf aber noch nicht raus. Ich muss rein, hier, ins Büro:

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Es hat hier, an einem Freitag, bedeutend weniger Grinder wie sonst unter der Woche. Wir haben einige Teilzeitler. Trotzdem: Ursprünglich für 20 Personen geplant, hocken hier jetzt bald 40, auf der gleichen Fläche.

Einige hat es noch schlimmer erwischt, die teilen sich 14 Quadratmeter unter 8 Personen mit Tischen, die gerade so breit sind wie mein Arm lang, und ohne Trennwände:

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Bei mir sieht es besser aus, immerhin ungefähr 1.6 m² für eine Person:

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Gefühlte 34 Grad im Büro, draussen riecht es nach Winter. Fenster öffnen, das würde sogar gehen, die Architekten haben uns nicht in ein Minergie-Aquarium gesperrt. Aber niemand will diese Fenster öffnen. Was von draussen kommt, stört: Diesel-Abgase, Baumaschinenlärm, die S-Bahn, der Güterzug, Gestank nach frischem Teer, Zigi-Rauch. So sitzt man in der schon fünfmal geatmeten Büroluft, die leicht nach Staub, Füssen und Moltonwand riecht, und widmet sich müde seiner Arbeit.

Widmen kann man sich ja, das heisst noch lange nicht, dass man es schafft, sie zu erledigen. Das Toni hat gemacht, dass man mit wenig zufrieden ist. Kann man sich mal länger als eine halbe Stunde am Stück konzentrieren, es ist ein Triumph. Mit meinen geschwollenen, schweissigen Wurstfingern krieche ich über die Tastatur, muss die meisten Sätze zwei-, dreimal lesen.

Dabei keine Kritik an den Kolleg/innen: Seit wir hier alle auf einen Haufen gedrängt sind, reissen sich die Leute dermassen zusammen, leise zu sein. Unnatürlich fast schon; nach drei oder vier Stunden hat man das Gefühl, irgendwo hingehen zu müssen, um zu schreien. In dieser Branche telefoniert nunmal die Hälfte der Leute, und das macht Geräusche, da kann niemand was dafür.

Programmieren in Callcenter-Atmosphäre, das geht nicht. Also bleibt man zuhause. Und das ist nicht besser. In der Software-Entwicklung geht es hauptsächlich um gute und schnelle Kommunikation, auch wenn das Aussenstehende vielleicht nicht raffen. Entsprechend schlecht ist es, wenn man sich nur noch per Videokonferenz sieht, denn je dünner der Kommunikationskanal, um so höher der Verlust, um so tiefer die Qualität, um so entmenschlichter der Prozess, umso unerfüllender die Arbeit.

Und ausserdem: Ich wage, zu behaupten, die meisten von uns arbeiten nicht gern alleine. Kommt dazu, dass einige das auch gar nicht zuverlässig können. Daheim wartet die Ablenkung, manche widerstehen, manche nicht.

À propos Ablenkung: Ein Versuch, sich von der Atmosphäre zu entkoppeln, sind unsere geschlossenen Kopfhörer. Viele von uns haben jetzt solche auf dem Grind, aber nach 5 Stunden sind die unbequem. Und was, wenn ich gar nicht Musik hören will, sondern absolute Ruhe brauche? Ich muss trotzdem Musik hören, denn Güterzug und so.

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Da fährt er, der SBB-Cargozug, schüttelt unsere Schreibtische und Trommelfelle. Fahr, mein Zug, bring Dinge CO²-neutral woandershin. Dort wäre ich auch gerne. Aber ich kann ja meinen Arm ausstrecken und den Zug streicheln, das ist fast so gut.

Die Storen-Anlage habe ich noch gar nicht erwähnt. Normalerweise ist das so: Sobald es absolut keinen Grund dafür gibt, die Storen runterzufahren, macht sie das. Gewitterwolken? Storen runter. Nachteinbruch? Storen zu. Gleissende Sonne mitten auf den Bildschirm? Die Storen gehen rauf. Ich weiss nicht, was die Motivation dafür ist. Gibt es Bedenken, ob vielleicht doch noch Restproduktivität vorhanden ist, und will man die so vernichten?

Spätestens jetzt kann ich gar nichts mehr lesen. “Nimm doch den Laptop, geh doch woanders hin im Gebäude!” Als relativ grosser Mann muss ich sagen: Das ist scheisse, auf dem Laptop zu arbeiten. Ergonomie ist gar nicht möglich, man muss sich in den Bildschirm ducken wie ein Orangutan. Kommt dazu: WLAN. Das WLAN geht zwar mittlerweile fast überall im Gebäude, aber WLAN ist an sich schon nicht so zuverlässig. Hat man ein Dutzend SSH-Sessions auf, da will man nicht rumlaufen oder Access Points wechseln müssen, sonst geht gleich nochmal Produktivität zur Sau, Sessions müssen neu aufgebaut, Mounts neu gemountet werden, und so weiter.

Und leiser als im lauten Büro ist es, ausser vielleicht in der Bibliothek, im Restgebäude auch nicht. Da kann ich gleich zuhause bleiben.

Das klingt jetzt alles nörglig und doof und natürlich sprechen wir von First World Problems. Aber Fakt ist: Ich war einmal einmal produktiv, nicht permanent müde, nicht halb blind mit meinen staubigen Augäpfeln, nicht semidepressiv am Sonntagabend, weil ich am Montag wieder raus muss. Es gab mal Zeiten, da habe ich mich aufs Büro gefreut. Davon ist gar nichts mehr übrig, und die einzige Änderung war das Toni-Areal.

Ich bin auch kein reiner Neinsager:  Niemand von meinen Kolleg/innen wird sich erinnern können, ich hätte im Vorfeld der Toni-Zügelei herumnegativisiert. Ich habe mich der Sache neutral gestellt. Jetzt ist es schlimmer geworden, als ich hätte befürchten können.

Mal sehen, was daraus wird.

I’m still not surprised people download rather than buying

A little anecdote: I wanted to get whole seasons of Dexter, Mad Men and Breaking Bad for someone in my family, but they would have to be dubbed in German since this person doesn’t understand English. Since this person also just received some new hardware with a Blu-Ray drive and has a flat-screen TV, I thought it’d be great to buy those series as season packs on Blu-Ray, German version. I already had the HDTV rips in English, but it’d be nice to look at a German Blu-Ray version switched to English just to compare quality.

My cheerful shopping spree received a shotgun blast to the face from the entertainment industry only a few minutes later, because none of those series can be bought. Germany only makes DVD versions of this, no HD, no Blu-Ray. If you want the stuff in HD you have to… well, I guess you have to learn English and order the UK Blu-Ray versions.

So yet again I’m standing here, ready to give cash to the entertainment industry, but the entertainment industry incapable of receiving it. If they stopped moaning constantly and would untangle the horrible mess that is their regional licensing model, they might actually make more money. And who would want that, eh?

Moving from Google Reader to Tiny Tiny RSS

In my quest for more freedom from companies that don’t take privacy too seriously (such as Facebook, Inc. or Google), I found a fantastic FOSS replacement for Google Reader: Tiny Tiny RSS. It does everything important that Google Reader does and even has its own little syncable native Android app called ttrss reader (available through the Google Android Market).

The only additional feature I’d appreciate is a Reader Play-style view for very important tasks, such as scrolling through large amounts of animated gifs or lolcats quickly. Tiny Tiny RSS’s code seems to be clean and concise, though, so it might not be that much work to make such a feature if I ever find the time (which won’t happen).

But what does this teach us about the greater market forces currently at play out there?

  1. Tiny Tiny RSS is a direct competitor to Google Reader, a tool that allows Google to create pretty accurate personal profiles of people’s interests and then make money selling targeted advertisements.
  2. ttrss-reader is an Android application, running on Google’s own mobile phone operating system. It ties into Tiny Tiny RSS
  3. ttrss-reader is available from Google’s own Android Market, so not only are Google not censoring their competitor’s product, Google are even paying for the bandwidth their competitor is using.
  4. This could never happen on iPhone, iPad or other Apple products that come with Jobsian censorship. If a developer tried competing with an Apple product on Apple’s platform, Apple would simply not let them into the App Store.
  5. Does this mean that Google is, gasp, a fairer and gentler market player than Apple? Mystifying!