“Ansprechspartner” gibt es nicht

Und noch etwas zur Sprachkultur: Das Wort “Ansprechspartner” gibt es nicht, trotzdem höre ich es immer öfter. Man findet es sogar schon in Schriftform. Wie die Pest geht das um.

Igitt. Da hat jemand sein Sprachgefühlt eingeschläfert, mit dem Holzhammer. Der Gerichtsprozess ist der Prozess des Gerichts, deshalb heisst es nicht Gerichtprozess. Es ist aber nicht der Partner des Ansprechs. Ansprech klingt höchstens wie ein Nachname aus einem Buch von Philip K. Dick (so wie z.B. die Anteils).

Also: Geschlechtskrankheit, Untersuchungsbescheid, Verbindungsnachweis, Handelsbefugnis aber bitte nicht Ansprechspartner.

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13 thoughts on ““Ansprechspartner” gibt es nicht”

  1. Das musst Du mal meinem ehemaligen Vermieter erzählen.

    Für den hiess es auch “Projektoren” (beim Fahrradfahren), “Amphibientheater” (in Griechenland) und “Trans-Sponsor” (zum Messen von Geschwindigkeiten im Sport)

    🙂

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  2. die begründung ist leider falsch (und bei den beispielen widersprichst du dir gleich selbst, es heißt ja auch nicht «nachweis der verbindungs»). es geht hier überhaupt nicht um den genitiv (wes-fall). sprachtechnisch nennt sich das fugen-s (es gibt auch fugen-n u.a.). schau einfach mal unter fugenlaut nach:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Fugenlaut

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    1. Danke, das war mir neu. Ich glaub, ich überlasse die linguistischen Erklärungsversuche zukünftig den Linguisten. Aber ich rege mich schon noch weiter über falsche Sachen auf 🙂

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      1. da kann ich mitfühlen. ich rege mich schon seit jahren auf, dass sie nicht mal bei den radio- und fernsehstationen fähig sind (dort erwartet man ja ne gewisse vorbildfunktion – vergeblich), das wort accessoires (mode-zubehör) richtig auszusprechen. immer wieder sagen sie «assessuars» statt «aggsessuars». aber fremdwörter waren schon immer glückssache.

        zu den wörtern mit fugenlaut: manchmals gibt es auch zwei verschiedene richtige formen. und je nach region variiert das sprachgefühl und die einen sind wohl mehr geneigt, noch einen fugenlaut hinzuzugeben (teilweise wohl auch unter einfluss von ähnlichen wörtern). sprache lebt halt … und falsches kann plötzlich nicht mehr so falsch sein.

        wie zum beispiel «sinn machen», was mir vor x jahren tief ins mark ging (typisches schlechtes übersetzungsdeutsch von «to make sense»), früher hieß das mal «sinn ergeben», aber heute hat man sich scheinbar an «sinn machen» gewöhnt, auch wenns für mich noch immer keinen macht … ähm: ergibt.

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      2. «seiteneffekte»: ganz toll. 🙂

        kommen wir noch zu meinem liebling: «wir machen einen unterschied …» immer und immer wieder trifft man den an.

        «to make a difference» heißt auf gut deutsch «etwas bewegen», «etwas bewirken», «etwas verändern».

        sollen sich bitte endlich mal alle die merken, die sich übersetzer nennen! (wort für wort übersetzen kann google translate auch.)

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      3. Hihi 🙂 Mach doch auch ein Blog auf mit Undeutschheiten! Obwohl, da gibt es sicher schon ein paar, ich muss das mal recherchieren.

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  3. ja, ich möchte eingentlich schon lang den alltagsirrsinn bloggen, habs aber bis jetzt nicht geschafft.

    gerade heute kam wieder etwas mit «unterschied machen»: «du machst den unterschied!»

    ich lass es dich wissen, wenns soweit ist mit dem blog.

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